Pedagogia del bosque
Ziel
Ziel ist, bei der Bevölkerung eine Grundlage für ökologisch sinnvolles Handeln, Verhalten und Entscheiden zu legen. Dabei sollen nicht nur Interesse und Freude an der Natur geweckt, sondern auch die Grenzen und daraus abzuleitenden Notwendigkeiten anthropogener (menschlicher) Eingriffe im Wechselwirkungsgefüge aufgezeigt werden.
Die Kinder und Jugendliche können anhand ihrer Naturerfahrungen ihre Stellung als Mensch, in den Ökosystemen, der Natur erfassen und über die Umweltbildung erlernen, dass die intellektuellen und technischen Möglichkeiten verantwortliches Handeln erfordern. Gerade in den frühen Jahren, der Kindheit, werden so genannte Charaktereigenschaften, Werte und Normen geprägt und vom jungen Menschen übernommen, sprich gebildet.
Spaß am Naturerlebnis
Der Spaß am Naturerlebnis kann die jungen Menschen, gerade bei Kindern aus stark besiedelten Gebieten, wie der Großstadt, dazu bringen, dass sie sich als wichtiger Teil der Natur erkennen. Kinder und Jugendliche können nicht nur die Natur als äußere Lebensumwelt des Menschen direkt pädagogisch angeleitet erleben, sondern auch entsprechende Umgebungen, also ihre Umwelt, selbstständig erkunden und spielerisch erfahren. Dafür gibt es im Bereich der Stadt (geographischer Begriff) die „städtischen Naturerfahrungsräume“ (amtlicher Begriff).
Städtischer Naturerfahrungsraum
Ein städtischer Naturerfahrungsraum (NERäumen) ist eine städtische Grünfläche, die weitgehend oder völlig ihrer natürlichen Entwicklung überlassen ist, so dass sie zu einer quasinatürlichen Rückentwicklung (z.B. mittels Renaturierung) gelangen kann. Diese mindestens ein Hektar große Fläche ist in ein Wohngebiet integriert oder an seinem Rand gelegen, also leicht zugänglich für den alltäglichen Aufenthalt von Kindern und Jugendlichen, die hier ohne pädagogische Betreuung und ohne Geräte spielen können. Mindestens die Hälfte des NERaumes entwickelt sich ohne menschliche Eingriffe, die anderen Teilräume können durch extensive Pflege bzw. Beweidung offen gehalten werden. Mit der Bereitstellung von NERäumen wird das Ziel verfolgt, die bereits weit fortgeschrittene Entfremdung der Heranwachsenden von der Natur zu überwinden und den Kindern eine für ihre physisch und psychisch gesunde Entwicklung wichtige alltägliche Begegnung mit der Natur möglich zu machen.
Diese Form der Pädagogik eröffnet insbesondere Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten einen Raum, in dem sie sich frei fühlen und ihre Kreativitüt mit Naturmaterialien entwickeln können. Ihre motorische und kognitive Entwicklung wird gefördert durch das „Freie Spiel“. Hyperaktive oder sozial auffällige Kinder erfahren hier einen Raum, in dem sie sich neu und positiv in der Gruppe finden können.

